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Die Geschichte des Großen Inselberges

Inselberg oder Inselsberg???

Als Namensformen in Urkunden finden sich: Enzenberc (um 1250, zugleich die Ersterwähnung), Emmiseberg (1370), Encenberc (1430), Ensillbergk (1503), Emseberg (1528) und Enselsberg (1640). Im Jahr 1649 ließ Herzog Ernst der Fromme von Gotha den Berg durch den Bau einer Gipfelhütte für Waldwart und Jäger erschließen.

Am 17. August 1649 wurde diese Schutzhütte – ein Oktagon eingeweiht. Er ließ über die Türe ein Schild mit der Aufschrift “Mons Insularis” (d.h. Inselberg) anbringen. Hierdurch wurde erst die Bezeichnung “Inselberg” eingeführt, da er vorher meist “Heunzelberg” oder “Emseberg” genannt wurde.

Herzogtum Sachsen-Gotha oder dem Kurfürstentum Hessen

Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha und Altenburg (1745 – 1804) ließ im Jahre 1774 auf dem Plateau ein kleines Observatorium für astronomische Beobachtungen und Landvermessungen errichten. 1810 erweiterte man das Observatorium, das in eine Unterkunft verwandelt, nun den Namen „Hessische Herberge“ führte. Nach dem Sieg im Freiheitskampf gegen die napoleonische Fremdherrschaft wurde am 18. Oktober 1814 auf dem Inselsberg ein Freudenfeuer angezündet.

Sachsen-Coburg – Gotha oder Königreich Preußen

Nach dem Krieg von 1866 teilte sich Sachsen-Coburg und Gotha den Berg mit dem Königreich Preußen, da das Kurfürstentum Hessen nach dem verlorenen Krieg von Preußen annektiert worden war. Johann Wolfgang von Goethe übernachtete des öfteren auf seinen mineralogischen Exkursionen im “Preußischen Hof”. 1851/52 wurde der “Gothaische Gasthof” erbaut und mehrfach erweitert. Zwischen beiden Gasthäusern wurde 1914 die heutige Herberge, zunächst als Bettenhaus für das Hotel Gotrha erbaut.

In der DDR-Hochseeflotte wurden Schiffe u. a. nach Städten, Bergen, Seen und Flüssen benannt.
So gab es auch ein Schiff, das den Namen “Inselsberg” trug. Mit diesem wurde der Name unseres Berges in die weite Welt hinausgetragen.

Im 17. Jahrhundert kommen auch dichterische Verfremdungen vor: Engelsberg und Heunselsberg. Ein behördlicher Versuch, den Namen auf Emsenberg zu vereinheitlichen, scheiterte am Starrsinn oder dem Traditionsbewustsein der Bevölkerung. Das eingefügte „S“ vor „berg“ ist sprachlich nicht gerechtfertigt, aber klangvoller. Die Namensbezeichnung “Inselsberg” wurde vor Jahren in unsere deutsche Sprache eingeführt und diese auch in den Duden übernommen. Allerdings hält die Gemeinde Brotterode noch heute an den Namen Inselberg fest.

Über dem Gipfel verläuft der Rennsteig, der hier früher die Grenze zwischen dem Herzogtum Sachsen-Gotha und dem Kurfürstentum Hessen darstellte. Aus diesem Grund wurde auch auf „beiden“ Seiten ein Gasthaus errichtet: 1848 erbaute der Metzger Caspar Eck aus Brotterode auf der preußischen Seite des Inselsberges eine Bretterbude zum Ausschank von Getränken. Neben der Bude wurde dann einige Jahre später von einem gewissen Fell aus Brotterode ein kleines Fachwerkhaus errichtet, das nach und nach vergrößert wurde und dann in den Besitz des Gastwirtes Loui Langlotz überging. Nachdem Hessen an Preußen fiel, wurde das Wirtshaus „Preußischer Hof“ genannt.

In den DDR Bezirken Suhl oder Erfurt

Von 1952 bis 1990 verlief die Grenze zwischen den Bezirken Suhl und Erfurt auf dem Berg. Das Inselsberggebiet entwickelte sich zu einen bekannten touristischen Zentrum Thüringens. Der Große Inselsberg selbst wurde zum Wahrzeichen der Landkreise Schmalkalden und Gotha.

Landkreis Gotha oder Schmalkalden Meiningen Gemeinde Tabarz, Brotterode oder Emsetal

Noch heute ist hier die Grenze zwischen den Landkreisen Gotha und Schmalkalden / Meiningen sowie die Grenze zwischen den Gemeinden Tabarz, Brotterode und Emsetal. So gehört der Berggasthof Stör zu Brotterode und hat die Adresse Inselbergstrasse 1, das Gasthaus Stadt Gotha und die Herberge befinden sich allerdings auf der Gemarkung von Tabarz und haben die Adresse Inselsbergstrasse 125 und 126.